Was ist ein Kieferorthopäde?
Wann soll ich zum Kieferorthopäden?
Wie lange dauert eine Behandlung?
Wie entsteht mein Behandlungs- und Kostenplan?
Wird die kieferorthopädische Behandlung von meiner Krankenkasse bezahlt?
Wie sehen die Vorbereitungen einer Behandlung aus?
Wie verläuft meine kieferorthopädische Behandlung?
Was bedeutet begleitende Zahnpflege
Was passiert, wenn meine Behandlung abgeschlossen ist?
Was passiert mit meinen erstellten Unterlagen?


 

Was ist ein Kieferorthopäde? 

Der Kieferorthopäde ist ein Fachzahnarzt, der nach Beendigung seines Zahnmedizinstudiums mindestens ein Jahr als Zahnarzt gearbeitet hat und anschließend eine mindestens dreijährige zusätzliche Spezialausbildung auf dem Gebiet der Kieferorthopädie (Behandlung von Kieferfehlstellungen) und der Orthodontie (Behandlung von Zahnfehlstellungen) abgeschlossen hat.

Wann soll ich zum Kieferorthopäden?

Im Allgemeinen empfiehlt es sich, Kinder ab dem 9. Lebensjahr beim Kieferorthopäden vorzustellen. In Ausnahmefällen kann dies auch schon ab dem 6. Lebensjahr (Durchbruch der ersten bleibenden Zähne) sinnvoll sein, wenn sich ausgeprägte Fehlstellungen abzeichnen.

In einem ersten unverbindlichen Beratungsgespräch klären wir:

  • Sinnhaftigkeit einer Behandlung
  • geeigneter Behandlungsbeginn
  • voraussichtliche Dauer der Behandlung
  • Kosten

Sollte der Kieferorthopäde die Diagnose Ihres Zahnarztes bestätigen und aus medizinischen und ästhetischen Gründen eine kieferorthopädische Behandlung bei Ihrem Kind für notwendig halten, dies aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht dringlich sein, wird er Ihnen folgendes anraten:

  • Im Interesse des Kindes wird der optimale Zeitpunkt für den Beginn einer Behandlung festgelegt und abgewartet. Gleichzeitig wird auf das Ziel der kieferorthopädischen Therapie hingearbeitet.
  • Die abgestuften Schritte zur Gesundheit durch Kieferorthopädie ermöglichen nicht nur Ihrem Kind, sich besser auf die notwendige Behandlung einzustellen, sondern auch Ihrem Kieferorthopäden, den optimalen Zeitpunkt für eine verantwortungsvolle Therapie zu bestimmen. Bis zur aktiven Zahn- bzw. Kieferregulierung können einige Monate vergehen.
  • Neben Ihrer elterlichen Aufsicht bedarf es der regelmäßigen kieferorthopädischen Beobachtung und Kontrolluntersuchung, denn unter kieferorthopädischer Anleitung und Verantwortung kann die Vorbereitungs- und Wartephase sinnvoll genutzt werden. Das Wichtigste aber ist: Auch während dieser Zeit können sich Zähne oder Kiefer verändern, weil Ihr Kind noch im Zahnwechsel und in der Wachstumsphase ist. Das heißt, nicht vorhersehbare Risiken möchte der Kieferorthopäde ausschließen. Deshalb wird er in der Übergangszeit bis zum Behandlungsbeginn Zähne und Kiefer Ihres Kindes beobachten und alle 6 Monate kontrollieren.

 

Wie lange dauert eine Behandlung?

Im Regelfall dauert eine Behandlung 3-4 Jahre. Die Behandlungsdauer hängt oft auch vom Entwicklungsgrad der Zähne und Kiefer sowie der Mitarbeit des Patienten ab.

 

Wie entsteht mein Behandlungs- und Kostenplan?

Beim Aufnahmetermin werden Abdrücke von den Zahnreihen, Röntgenaufnahmen und Fotos erstellt. Diese sind im Verlauf einer kieferorthopädischen Behandlung wiederholt nötig.

Nach Auswertung der diagnostischen Unterlagen wird ein Behandlungs- und Kostenplan erstellt, der mit Ihnen besprochen und Ihnen dann zusammen mit einem Behandlungsvertrag übergeben wird. Sie lassen diese Unterlagen im Anschluss durch Ihrer Krankenkasse prüfen und die Kostenerstattung bewilligen. Sobald der Behandlungsvertrag von Ihnen unterzeichnet vorliegt und die Kostenübernahme geregelt ist, setzt sich die kieferorthopädische Praxis mit Ihnen in Verbindung und vereinbart einen Termin für den Behandlungsbeginn.

 

Wird die kieferorthopädische Behandlung von meiner Krankenkasse bezahlt?

Ja. Die Kosten einer – so wörtlich – „ausreichend und wirtschaftlichen“ Behandlung werden von der Krankenkasse zunächst zu 80% übernommen. Der Patient trägt während dieser Zeit 20% der Kosten als Eigenanteil. Dieser Eigenanteil von 20% wird nach erfolgreichem Abschluss der kieferorthopädischen Behandlung ebenfalls von der Krankenkasse übernommen. Die Kosten einer erfolgreich abgeschlossenen Behandlung werden also in der Regel zu 100% übernommen.

 

Wie sehen die Vorbereitungen einer Behandlung aus?

Sofern nach eingehender Beratung von Ihrer Seite ein Behandlungswunsch besteht, werden während des ersten Termins die ersten diagnostischen Unterlagen erstellt:

  • Erstellung von Modellen (durch Abdruck) der Zahnreihen im Ober- und Unterkiefer
  • Erstellung von Röntgenbildern
  • Fotos des Patienten
  • Erstellung einer Diagnose, Festlegen der einzelnen Therapieschritte sowie der
    Behandlungsmethode und -materialien

Die individuelle Planung orientiert sich an den Wünschen und Möglichkeiten des Patienten

 

Wie verläuft meine kieferorthopädische Behandlung?

Eine kieferorthopädische Behandlung wird mit herausnehmbaren und / oder festsitzenden Geräten durchgeführt. In einer Zeitspanne von ca. 3-4 Jahren sind Kontrollsitzungen in regelmäßigen Abständen (etwa alle 3-8 Wochen) erforderlich. Diese Kontrollsitzungen erfolgen im Allgemeinen Nachmittags. In Ausnahmefällen sind Vormittagstermine erforderlich, besonders, wenn mit einer festsitzenden Apparatur behandelt wird.

Während der gesamten Behandlungszeit ist die intensive Mitarbeit des Patienten notwendig, d.h. die Behandlungsgeräte müssen entsprechend den Anweisungen tagsüber und/oder während der ganzen Nacht getragen werden. Voraussetzung für eine sinnvolle Behandlung ist außerdem eine gute, gründliche und regelmäßige Zahnpflege.

Im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung kann die Entfernung von Milchzähnen oder bleibenden Zähnen notwendig sein. Die Entfernung von Zähnen aus kieferorthopädischen Gründen erfolgt jedoch nur auf ausdrückliche und schriftliche Anweisung des Kieferorthopäden.

 

Was bedeutet begleitende Zahnpflege

Wenn Sie sich für eine kieferorthopädische Betreuung und Behandlung Ihres Kindes entscheiden, wird Ihnen bei Bedarf bzw. Interesse auch eine Anleitung zur Pflege der kieferorthopädischen Apparaturen und Geräte angeboten um Ihrem Kind dabei zu helfen, seine Mundhygiene zu verbessern.

Wir empfehlen in jedem Fall die parallele prophylaktische Betreuung und bieten Ihnen diese gerne in unserer Praxis an.

 

Was passiert, wenn meine Behandlung abgeschlossen ist?

Nach Abschluss der kieferorthopädischen Behandlung muss die Gebiss Situation durch Haltegeräte gesichert werden. Veränderungen der Zahnstellung kann man vorbeugen, indem regelmäßig Nachts eine lose Spange getragen wird, oder – noch besser – dauerhaft ein fest sitzender, unsichtbarer Retainer getragen wird.

 

Was passiert mit meinen erstellten Unterlagen?

Alle Behandlungsunterlagen (Modelle, Röntgenaufnahmen usw.), insbesondere die kieferorthopädischen Apparaturen, sind Eigentum der kieferorthopädischen Praxis. Ist aus besonderen Gründen (z.B. Umzug) ein Wechsel des Kieferorthopäden notwendig, so werden diese Behandlungsunterlagen auf Anforderung dem weiterbehandelnden Kieferorthopäden zur Verfügung gestellt.